Freitag, 10. Juli 2026

Teil 1 Kanadareise vom 3. Juli bis 20. September. Planung, Reise und Start mit Herausforderungen

 Liebe Blogleser/innen

Es ist schon 3 Jahre her seit den letzten Posts in diesem Blog. Es gab in den letzten Jahren keine längeren Reisen mehr nach Kanada.

Das wird sich jetzt ändern. Ich werde per 30.6.2026 meinen Job tauschen, ich werde "Rentner"

Als erstes geht es für einige Wochen nach Kanada zu unserem Sohn Jan und seiner Familie. Seit dem 14.06.2025 sind wir Grosseltern, es ist an der Zeit unser Grosskind, Tia, besser kennen zu lernen und ihr ein wenig die CH-Kultur beizubringen.

Wir freuen uns auf eine spannende und sicher auch herausfordernde Zeit.

Die Vorbereitungen sind soweit abgeschlossen, seit dem 1.7.26 bin ich im Lebensabschnitt 3.0 Die Taschen sind gepackt und wir sind bereit für die "temporäre Auswanderung"  Aber die Vorbereitung war viel anspruchsvoller als früher, Campingplätze sind rar, alles muss 3 Monate im voraus gebucht werden. In BC kann man nur noch max. 14 Tage auf der gleichen Campsite stehen. Schade, so geht jede Spontanität verloren. Viele Touristen gehen nach Kanada in den Urlaub weil: Die USA ist für viele zur Zeit kein Urlaubsziel, Asien wegen der geopolitischen Lage auch gemieden wird und im Süden von Europa ist es im Sommer zu heiss. Da wir seit einiger Zeit einen Trockengarten haben gibt es während unsere Abwesenheit nicht viel zu tun. Die Post wurde umgestellt auf E-Scan Service und Haustiere gibt es keine zu füttern. 

In der Region wo wir die ersten Tage verbringen (Kananaskis Country) hat es die letzten Tage viel geregnet, der Hwy 40 von Calgary Richtung Süden, ist wegen Überschwemmungen, gesperrt. Die Zufahrt, via Hwy 541, zu unserem ersten Campingplatz, den Etherington Creek PP/PRA,  sollte gleichwohl möglich sein. 

Legende: Hwy = Highway  / PP = Provinicial Park / PRA = Provinical Recreation Arena

03.Juli: Mit der dem ÖV geht es nach Zürich Flughafen dort wartet unser Flug AC6003 bzw WK 14 der Edelweiss auf uns.


Wir sind 2.5 Stunden vor Abflug am Flughafen, Check-In und Gepäckaufgabe haben wir schon am Vorabend gemacht. d.h. nur noch Gepäck aufgeben. Denkste, alle Gepäcktransportbänder stehen still und wir müssen unser Gepäck in der Halle vom Check-In 1 stehen lassen. Ein ungutes Gefühl.


Mit 1/2h Verspätung, es muss noch eine Reifenpanne behoben werden, geht es ab nach Calgary. Diese Verspätung wird nicht aufgeholt, so dass wir fast zeitgleich mit zwei anderen Internationalen Flügen landen. Das führt zu einer Überlastungen von der Immigration, ich denke mir gottlob haben wir vorab via das App Arrive Canada ausgefüllt, somit können wir die "Fast Lap" nehmen und sind schnell durch. Weit gefehlt die "Fast Lap" ist geschlossen und wir müssen uns wie alle anderen 800 Leute anstellen und am "Kiosk" nochmals alle Fragen zur Einreise ausfüllen. Ok denken wir, dann müssen wir wenigstens nicht noch lange auf das Gepäck warten. Nach einer Stunde sind wie durch mit der Immigration und wir warten auf das Gepäck. Wie Viele Andere warten wir sehr lange auf das Gepäck, langsam kommt ein ungutes Gefühl auf, spätestens als das Gepäckband leer ist und noch ca. 50 Personen auf Gepäck warten wird es zur Gewissheit, unser Gepäck ist nicht mitgekommen oder fehverladen worden. Die Leute vom Edelweiss Schalter verteilen Formulare zum ausfüllen über verlorenes Gepäck. Viele Leute sind in der ähnlichen Situation wie wir, wohin soll das Gepäck nachgeliefert werden. Schon morgen früh übernehmen wir den RV = Wohnmobil und sind auf Campingplätzen unterwegs wo wir kein Mobilnetz haben. Wir entscheiden uns die Adresse und Kontaktdaten von Jan als Erstkontakt einzutragen, so müssen wir uns wohl die ersten Tage mit Kauf von Notwäsche, Hygiene- und Toilettenartikel einrichten. Unterdessen sind 3h vergangen seit wir gelandet, wir nehmen das Taxi zu unserem Hotel das Comfort Inn&Suites in Ardrie. Das ganze hat uns ein wenig geschlaucht, dazu kommt die Zeit Umstellung, so dass wir kurz nach der Hotelankunft schlafen gehen. 

4. Juli: 
Zeitverschiebung, wir sind sehr früh wach, somit sind wir kurz nach sechs von den ersten beim Frühstück. Bis wir per Uber um 0830 zu Faserway gehen, verbringen wir die Zeit mit planen von den Noteinkäufen. Die RV (=Mietcamper) läuft soweit planmässig, auch wenn ein ziemlicher Andrang herrscht. Es ist Ferienbeginn und zugleich der Beginn von der Stampede in Calgary. BILD WELCOME Um 1000 sind wird startklar und steuern alle Läden an um unsere Einkäufe zu tätigen.

Walmart: für Lebensmittel und Unterwäsche, Jysk: für zusätzliche Bettwäsche für die nächsten Monaten, Decathlon: für minimale Wandersachen und leichte Jacken, Canadian Tyre: für Bären- und Mückenspray. Die einen sind lässig die anderen gefährlich. Von beiden gibt es in unterschiedlicher Anzahle im Kananaskis Country. Es ist schon früher Abend als wir auf dem Ethrington PRA ankommen. 

Etherington Creek PRA

Hier haben wir für zwei Nächte reserviert. Betten anziehen und einreichten, dann ein kurzes z,Nacht und gehen wir schlafen.

5. Juli: In der Nacht ist es mit 10 Grad frisch geworden, immerhin befinden wir uns auf 1636m.ü.M. Der Jetlag ist noch aktiv, daher ist der Name Frühstück doch sehr passend. Kaffee, Müesli mit Beeren und gesalzenen Nüssen, Sauerteigbrot ohne Salz, gesalzene Butter und Honig. Da wir hier keinen Natel Empfang haben, fahren wir ca. 15km zurück zu einer PRA. Leider gibt es keine News über den Verbleib unserer Koffer. Via Edelweiss Webseite finde ich eine E-Mail-Adresse wo nach verlorenem Gepäck nachgefragt werden kann. Ich schicke das Mail mit allen unseren Unterlagen, in der Hoffnung bis Morgen Neuigkeiten zu erhalten. Wir machen noch zwei kurze Wanderungen bevor wir zur Campsite zurückkehren. Es gibt ein spätes Mittag- oder frühes Nachtessen. Allerlei Gemüse kommt auf den Tisch. Da Wetter hält sich in Grenzen knapp 20 Grad mit Sonne und Wolken



Wir machen noch einen Abendausflug und sehen einige Red Deers.







Sogar einige Bergziegen mit ihren Jungen stehen auf der Strasse und suchen noch die letzten Salzreste vom Winter. 

 



Eine kleine Story dazwischen über meinen TBB = Traveller Belly Bag (Bärndütsch = Buchtäschli)

Blogleser mögen sich noch erinnern, dass ich in einem früheren Blog ein paar Zeilen an mein TBB gewidmet habe. Seit 1988 gehen mein Lowa Alpine TBB und ich gemeinsam auf Reisen. Die vielen Reisen haben beim TBB Spuren hinterlassen, so dass ich mich entschlossen haben meinem TBB eine Pause zu gönnen. 



Seit ein paar Wochen gibt es einen neuen TBB, ein cooles Ding zu 100% handgefertigt in Italien aus echtem Büffelleder. Auf dieser Reise wird es sich zeigen ob der neue TBB die hohen Erwartungen erfüllen kann.

 



6.Juli: Die Nacht war die Temperatur wieder in den einstelligen Bereich gesunken, entsprechend kalt war es auch im RV.  Das Frühstück um 0730 bliebt fast unverändert nur das es noch Blueberry dazu gibt. Heute dislozieren wir zum Beaver Mines Camping, das ergibt eine Reisezeit von 2.5h. Wir machen uns zeitig auf den Weg, sobald wir wider Empfang haben checken wir unsere Mail und Voicebox betreffend Neuigkeiten, ebenfalls nehmen wir mit Jan Kontakt auf. Auf allen Kanälen herrscht Funkstille. 


Es geht bis Longview auf dem Hwy 541 dann über den Hwy 22 Richtung Süden. Die 120km bis Lundbreck gehen durch eine grüne Hochebene auf ca. 1500 m.ü.M. 





Hwy 22 von Calgary Richtung Süden 130km Weideland


Ich liebe diese Stecke, vorbei an vielen Viehfarmen mit Mutterkuhherden und weiter unten mit den gelb leuchtenden Rapsfeldern vor dem Hintergrund der ersten mächtigen Berge der noch schneebedeckten Rocky Mountains. Da wir bisher nur das aller nötigste gekauft haben müssen wir uns mit weitern Sachen eindecken. Das wiederum zwingt uns einen Umweg zu fahren via Pincher Creek. 


Dort erledigen wir unsere Not- Einkäufe Stufe 2. Anschliessend geht es 40km weiter zu unserem Campingplatz. Wir haben eine wunderschöne Campsite mit Seeblick reserviert.

Beaver Mines Lake Campingplatz

Das Wetter zeigt sich heute von der besten Seite. Diese Campingplätze in den PP sind sehr schön und ruhig, aber auch echt abgelegen. Es gibt oft nur Dump-WC (Plumsklo / Pit Toilet) kein Natelempfang und die Anfahrt führt mehrere Kilometer über staubige Gravelroads durch Weideland. Es macht Sinn vorab Wanderkarten und Google Maps Route als offline Version zu speichern. 
Beef on the Road

7. Juli: Die Temperaturen in der Nacht gehen auf angenehme 15 Grad zurück, der Jetlag ist besiegt und so gibt es doch erst um 0800 Tagwacht. 



Frühstück wie immer aber schon draussen am Tisch. Langsam kommen wir in die Gänge und die Rollenverteilung ergibt sich immer besser. Jedoch ist uns ein Anfängerfehler unterlaufen, beim letzten Campingplatz hatten wir nicht gedumpt (= beide Schmutzwassertanks ablassen und Frischwasser auffüllen) wir waren überzeugt, dass dieser Campingplatz auch eine DS (Dumping Station) hat. Leider ist das nicht so, da die Abwassertanks voll und der Frischwassertank leer sind, müssen wir eine Lösung finden. D.h. 10km nach Beaver Mines fahren wo wir Empfang haben und schauen wo wir Dumpen können. Unterwegs sehen wir noch ein Red Deeres. Kaum haben wir Empfang erhalten wir einige Meldungen über verpasste Anrufe und E-Mails. Es betrifft unsere Koffer, diese sind in Calgary aufgetaucht und werden heute noch nach Cranbrook geflogen und von dort mit dem Taxi nach Fernie zu Jan. Endlich eine gute Nachricht. Die nächste DS ist in Lundbreck aber dort gibt es kein Trinkwasser zum Auffüllen, so geht die Reise weiter bis Pincher Creek auf den Campingplatz der Veteranen. Dort können wir nicht nur Frischwasser auffüllen, sein sogar Duschen hat es welche wir gratis benutzen können. Dieser Campingplatz ist ein guter Tipp. 




Durch Pincher Creek führt ein wunderbarer Trail welchen wir begehen. Anschliessend bestaunen wir noch die viele Wandbilder an den grossen Häusern. 




Mit vollen Frischwasser- und leeren Abwassertanks geht es weiter zu den Lundbreck Falls. Zwischenzeitlich haben wir auch hier hochsommerliche Temperaturen erreicht. Nach diesem Abstecher geht es wieder zurück zum Beaver Mines Lake CP. 

Lundbreck Falls

Morgen wird es früh Tagwacht geben, wir haben Jan versprochen morgen unsere Enkelin Tia zum ersten Mal zu hüten. Ob das gut geht, denn das letzte Mal haben wir sie vor 6 Monaten physisch gesehen. Wir sollen um 0800 in Fernie sei und die Anfahrt beträgt 1.5h

8.Juli: Um 0600 geht der Wecker ab, wir machen uns eine Kaffee "to go" und packen unsere Sachen zusammen. Pünktlich sind wir in Fernie angekommen, das Wetter hat unterdessen gedreht, es regnet in Strömen. Tia ist noch noch zurückhaltend, was verständlich ist, sind doch einige Monate vergangen seit dem letzten Wiedersehen. Eine Runde Kaffee später, der Regen hat sich verzogen, gehen Mery und ich zusammen mit Tia zu dem Rotary Park, dort ist ein grosser Spielplatz. Kaum angekommen zieht schon wieder ein Gewitter auf, wir sind froh, dass es einen gedeckten Teil gibt bei diesem Spielplatz. Tia gibt sich immer vertrauter mit uns, was uns sehr freut, Gegen Mittag geht es zurück. Es ist Zeit für Lunch und für Tias Mittagsschlaf. Endlich habe ich Zeit ein paar administrative Arbeiten zu erledigen, Da unsere Koffer wohlbehalten eingetroffen sind, geht es jetzt darum unsere Kosten für die Noteinkäufe geltend zu machen, zudem sind noch ein paar Angelegenheiten im Zusammenhang mit der Pensionierung zu erledigen.